Ich kauf mir was

Geldscheine in der Gesäßtasche einer Jeans

Die älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an den Song aus dem Jahr 1983 von Herbert Grönemeyer. Der Text beschreibt sehr gut um was es hier gehen soll – den ungezügelten Konsum. Rückblickend lässt sich feststellen, dass sich nichts daran geändert hat, eher das Gegenteil ist der Fall. 

Jeder von uns braucht sogenannte Konsumgüter, denn nur wenige sind dazu in der Lage, ihre z.B. Lebensmittel selbst zu produzieren, oder haben die Muße eigene Bekleidung herzustellen. Ich möchte aber das Bewusstsein schärfen für Dinge, die wir brauchen und wie und wo diese produziert werden. Die Regale in den Kaufhäusern sind gut gefüllt und fortwährend werden durch Werbung neue Begehrlichkeiten geweckt.

Ein großer Schritt in die richtige Richtung ist schon getan, wenn ich als Konsument darüber nachdenke, ob ich denn dieses und jenes auch tatsächlich benötige und ob es mein Leben bereichert. Dinge des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel mal ausgenommen, obwohl auch hier die Schere zwischen Notwendigkeit und Luxus weit auseinandergehen.

Der Preis der Blue-Jeans

Der Preis der Blue-Jeans“ ist der Titel einer Dokumentation, die ich erst kürzlich gesehen habe und die mich unter anderem dazu angeregt hat, diesen Artikel zu verfassen. Anhand dieses Beispiels lässt sich sehr gut darstellen, wie leichtfertiger Konsum mit ökologischem Denken kollidiert. Ich werde an dieser Stelle nicht die ganzen Zusammenhänge erläutern, sondern nur auf zwei wesentliche Punkte aufmerksam machen, kann aber jedem empfehlen, sich diese Dokumentation stellvertretend für unser generelles Kaufverhalten anzusehen und dann darüber nachzudenken, ob es das ist, was wir möchten und mitverantworten wollen.

Ist es wirklich notwendig jedes Jahr eine neue Jeans zu kaufen, nur weil uns z.B. in der Werbung suggeriert wird, die, die wir aktuell tragen, sei nicht mehr modern? Müssen neue Jeans auf ‚gebraucht’ getrimmt sein? Letzteres ist in der Produktion tatsächlich eines der schlimmsten Faktoren, denn die eingesetzten Chemikalien verseuchen nicht nur unsere Umwelt, sondern vergiften auch die Menschen, die diesen Job machen müssen und ich gehe jede Wette ein, dass keiner von uns diesen Job übernehmen würde und genau da sollte unser denken einsetzen. Wenn ich das nicht machen will, wie kann ich dann verantworten, dass andere das für mich machen sollen?

Wertschätzung und fairer Handel

Die Jeans stehen hier nur als ein Beispiel für alles, was wir als Konsumenten in der Hand haben. Wenn wir es nicht kaufen, wird es auch nicht produziert. Die Nachfrage bestimmt immer noch das Angebot, und bevor jetzt das Argument angeführt wird, dass viele Menschen nur begrenzte Mittel zur Verfügung haben, um z.B. Bekleidung zu kaufen, ja, dass ist so und auch ich habe nur begrenzte Mittel, diese kann ich aber verantwortungsbewusst und nachhaltig einsetzen. Ich kann eben jedes Jahr eine neue Jeans für 25 Euro kaufen, oder aber eine für 120 Euro, die ich dann aber fünf Jahre und länger trage. Für die Jeans ist das kein Problem, wieso sollte es dann eines für mich sein? Dazu kommt dann das Gefühl ethisch korrekt gehandelt zu haben und das ist unbezahlbar.

Voraussetzung ist in dem Zusammenhang etwas Recherche, denn nicht nur, weil eine Jeans teurer ist, bedeutet das auch tatsächlich, dass diese besser und fair produziert wurde, aber es gibt sie, die Unternehmen, die das Thema Nachhaltigkeit nicht nur zum „Greenwashing“ benutzen, sondern diesen Richtlinien entsprechend auch tatsächlich handeln und den gesamten Produktionsprozess dabei im Blick haben. An der Stelle sollte eben nicht „so billig wie möglich“, sondern so nachhaltig wie möglich gelten.

Wenn wir dieses Denken nach und nach auf immer mehr Produkte übertragen, können wir täglich und eigenverantwortlich etwas für uns, unsere Umwelt und unsere Mitmenschen tun und wir dürfen damit nicht länger warten, wir müssen es jetzt tun!

Verbinden möchte ich diesen Artikel mit einer Frage für euch. Wie sind eure Erfahrungen auf der Suche nach fairen und nachhaltigen Produkten?

Gerne könnt ihr auch hier Links mit uns teilen, also von Unternehmen und Produkten, die nachweislich fair und nachhaltig sind. Diese werden von uns geprüft und dann in einer Linksammlung zusammengeführt.

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Text © Robert Rutkowski – Bild © Ibefisch_pixelio.de

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    ich kaufe wo immer es geht nachhaltig und Fair Trade:

    Meine Bezugsquellen:
    Hess Natur hessnatur.com
    Grüne Erde grueneerde.com
    The Body Shop thebodyshop.de
    Denns Bio denns-biomarkt.de
    gepa gepa-shop.de
    memo Versand memo.de
    Waschbär waschbaer.de
    Vivanda vivanda.com
    Greenpeace Shop über greenpeace.de zu GP Magazin Shop
    BUND Shop bundladen.de
    Bat-Shop ausgewählte Textil-Produkte bat-shop.de
    Kaffee-/Espressogetränke bei Mc Cafe und Starbucks
    BUND Reisen bund-reisen.de
    Oasis oasis.de

    Schwierig ist manchmal zu recherchieren, ob die Bio-Produkte auch Fair Trade und die Fair Trade Produkte auch Bio sind. Es ist nicht immer automatisch beides gegeben, es ist aber andererseits bei vielen Produkten manchmal nur 1 Siegel vorhanden, obwohl die anderen Voraussetzungen auch gegeben sind, nur eben nicht gesiegelt…
    Interessant ist zu diesem Thema sind das Greenpeace Magazin „Starker Stoff“ und das Greenpeace Magazin „Bittere Schokolade“.

    Neben Bio und Fair Trade sollte meines Erachtens auch auf vegane Produkte geachtet werden, denn nicht nur der Respekt gegenüber Mensch und Umwelt ist wichtig, sondern auch der Respekt gegenüber unseren tierischen Mitgeschöpfen und dem Erdklima.

    Muss man immer 100 % ethisch korrekt konsumieren? Das wäre sicher wünschenswert, aber es ist wohl kaum praktikabel. Wer versucht, 100 % ethisch korrekt zu leben, wird voraussichtlich schnell an seinen eigenen Vorsätzen scheitern. Wichtig ist, wo immer es gerade möglich ist, sich ethisch korrekt zu verhalten! Meines Erachtens ist es einfach, beim Kleidungskauf auf Kleidung zu verzichten, wenn sie konventionell hergestellt wurde, aber was machen wir, wenn wir von Freunden zum Kaffee eingeladen sind und es konventionellen Kaffee gibt? Die Runde boykottieren, sich als radikaler Vertreter ethisch korrekten Lebens ausschließen und den anderen ihre „Gleichgültigkeit“ vorwerfen? Oder den Kaffee als Zeichen der Freundschaft dankend annehmen und als Denkanstoß eine gutgemeinte Anmerkung zu bedenken geben, dass Fair Trade Kaffee die Kaffeerunde noch wertvoller machen könnte? Sollte man also „im Dialog bleiben“ und andere für die Idee gewinnen, oder sich vorwurfsvoll von den Freunden abwenden? Ich bin der Meinung, dass bewusstes Konsumieren mit einer gewissen Toleranz sich selbst und anderen gegenüber der richtige und nachhaltigste Weg ist, damit man selbst seinen Weg weiter geht und andere begeistert und mitzieht, anstatt sie zu verurteilen! :-)
    Zum ethisch korrekten Leben hier noch ein sehr guter Literaturtipp: „Fast nackt“ von Leo Hickman – viel Spaß beim Lesen und ausprobieren :-)

    • Hallo Gudrun,

      vielen Dank für deinen Kommentar und die Links zum Thema.

      Im Besonderen der letzte Absatz bietet wertvolle Denkanstöße und zeigt Möglichkeiten auf, mit der Problematik umzugehen.
      Etwas zurückhaltend stehe ich den beiden Kaffeeanbietern gegenüber, liegt aber eher daran, dass ich sie grundsätzlich meide. Gerade Starbucks wurde seinerzeit Greenwashing vorgeworfen, da das Marketing, sagen wir mal „schwammige“ Formulierungen nutzte und so für Irritationen sorgte. Informationen dazu finden sich im Netz.
      Grundsätzlich ist aber jeder, wenn auch kleiner Schritt, ein richtiger.

      Ich freue mich über jeden Mitstreiter in Sachen fair und nachhaltig und dein Ansatz (Kaffeerunde) darüber ins Gespräch zu kommen, ohne anzuklagen und Bewusstsein zu schärfen, ist exakt das, was ich richtig finde und praktiziere. Mit Vorwürfen und meckern erreiche ich gar nichts und sollte deshalb vermieden werden.

      LG Robert

      • Hi Robert,

        Ich finde es gerade richtig und wichtig, dass große Konzerne wie Mc Donalds oder Starbucks diesen Fair Trade Gedanken weitertragen. Wenn Fair Trade Produkte im Bio-Supermarkt oder Bio-Cafe verbleiben, dann werden nur Menschen damit konfrontiert, die ohnehin schon bewusst einkaufen. Aber gerade dort, wo man so etwas nicht erwartet und wo die Zielgruppe eine andere ist, nämlich bei Food-To-Go-Anbieten, dort erreicht man eine Vielzahl Menschen, die noch nie mit dem Thema zu tun hatten. Immer mal hier und dort ein Kontakt zu dem Thema und irgendwann wird der ein oder andere mehr, darüber nachdenken und vielleicht sein Einkaufsverhalten Richtung Fair Trade ändern. :-)

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