Offener Brief an Landrat Dr. Kai Zwicker

Hofstelle im Kreis Borekn mit Gülletank

Sehr geehrter Herr Dr. Zwicker,

leider ist die Diskussion um die Gewässerverunreinigungen spez. im Kreisgebiet Borken nur ein Teil der Wahrheit dessen, was wirklich an Umweltbelastungen durch die Landwirtschaft stattfindet!

In unserer Region mit der deutschlandweit höchsten Dichte an Schweinemastplätzen (plus 25% in 2 Jahren) und Biogasanlagen ist eine ordnungsgemäße Kontrolle auf vorsorgliche Vermeidung von Umweltschäden längst nicht gewährleistet.

Die Untere Landschaftsbehörde, der Westf.-Lippische Landschaftsverband sowie die Landwirtschaftskammer sind hier längst naturgemäß überfordert. Kontrolle in eigenen Reihen kann nicht funktionieren! So wurde schon wegen bewusster Täuschung der Verbraucher durch die Agrarwirtschaft der Verbraucherschutz vom Agrar- hin zum Justizministerium verlagert.

Durch Wegsehen und durch Vertuschen bekannter Probleme fördert Herr Röring in einem Netzwerk von Lobbyismus eine Fehlentwicklung bzgl. industrieller Lebensmittelproduktion zu Weltmarktpreisen zugunsten Weniger und einiger vor- und nach gelagerter Bereiche (wie Kraftfutterwerke, Schlachthöfe und Molkereien) auf Kosten von Umwelt, Mensch und Tier sowie der gesamten bäuerlichen Familienbetriebe.

Letztendlich sind Sie, sehr geehrter Herr Dr. Zwicker, verantwortlich für ordnungsgemäß durchgeführte Kontrollen zum Wohle aller Bürger z. B. :

1. Kontrolle beim Einsatz von Antibiotika in der Tiermast ist lückenhaft!!
Reserveantibiotika, welches der Humanmedizin vorbehalten sein sollte, wird verstärkt eingesetzt! (s. dazu auch Artikel „Kampf den Killerkeimen“, Die Welt, 25.01.2016)

2. Überbelegungen in den Stallungen sind zu prüfen, auch hinsichtlich der Abluftanlagen und Güllebilanz (schlechte Luft im Raum Borken hat erhöhte Atemwegserkrankungen zur Folge).
Hier sollte sich Herr Röring spez. für den Kreis Borken mit der so hohen Viehdichte für eine Umverteilung von Agrarsubventionen für Abluftanlagen zugunsten von Betrieben mit kleineren Viehbeständen einsetzen!

3. Güllebilanz für jeden Betrieb ist notwendig incl. des Verbleibs der noch sehr stark mit Nitrat belasteten so genannten Wasseranteile aus den Biogasanlagen.

4. Nitratbelastungen im Grundwasser steigen noch dramatisch!!!
Ist der Verzehr von Wasser aus eigenem Brunnen im Kreis Borken für das Vieh noch möglich?

5. Warum werden längst bekannte von Landwirten überbaute Flächen an Flussläufen und Wegrändern nicht zurückgeführt und das Setzen neuer Grenzsteine verlangt?
Allein in Vreden betrifft dies ca. 40 – 50 ha Land. Kleintiere und Wild freuen sich über jeden nicht mit Mais bebauten Quadratmeter!

Selbstkontrolle funktioniert nicht! Die nach Recht und Ordnung arbeitenden Menschen sind bestraft! Zukunft „Borken – Westmünsterland“ funktioniert nur in einem positiven Umfeld, wo Umwelt, Mensch und Tier im Einklang sind.

Kritisch zu sehen sind somit:

  • Radtourismus
  • Gut dotierte Arbeitsplätze für attraktive Firmen
  • Lebensmittel aus der Region!?

Der ländliche Raum hat durch die ausufernde intensive Landwirtschaft Schaden genommen und ist kontraproduktiv zum Thema: Zukunft Borken – Westmünsterland!

Mit freundlichen Grüßen

(Autor*in möchte anonym bleiben)

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