Taiji – Die Bucht des Todes

Zwei Delfine die friedlich im Wasser schwimmen.

Eine kleine Bucht in der Nähe von Taiji in Japan wird Jahr für Jahr Schauplatz einer Tragödie. Tausende von Delfinen, Kleinwale und Tümmler werden von japanischen Fischern in die sogenannte Todesbucht von Taiji getrieben. Schon bei Sonnenaufgang fahren die Fischer hinaus vor der Küste Wakayamas. An den „Banger-Booten“ haben die japanischen Fischer Eisenstangen befestigt, die in das Wasser ragen. Die Boote kreuzen nun die Wanderroute der Delfine und Kleinwale. Hat eines der Boote Sichtkontakt, verständigt der Fischer via Funk die anderen Boote. Die Treibjagd beginnt.

Die Banger-Boote formieren sich und die Besatzungen schlagen nun mit einem Hammer an die an den Booten befestigten Eisenstangen. Aufgeschreckt durch diesen Lärm flüchten die Delfine. Auf diese Weise treiben die Fischer die Delfine in die Bucht des Todes.

Die Bucht

Dieses Vorgehen wird auch sehr ausführlich in dem Dokumentarfilm „Die Bucht“ gezeigt. Ric O`Barry, früher Trainer von Flipper, Louie Psihoyos und Fisher Stevens zeigen in ihrem schockierenden Film genau, was es mit dieser Treibjagd und diesen Massentötungen auf sich hat.

Sind die Fischer mit den Delfinen in der Bucht angekommen, versperrt eine zweite Gruppe von Booten die Bucht mit Netzen, um eine Flucht der Tiere zu verhindern.

Diese Bucht ist von Felsen gut geschützt und wenn keine Jagdzeit ist, ist dort ein öffentlicher Strand. An einer Straße die dort hinführt gibt es auch einen Parkplatz. Treppen führen ebenfalls zum Strand wo sich auch Besucherplattformen und eine Besuchertoilette befinden.

Jagdzeit

Ist die Jagdzeit eröffnet, wird die Bucht zur Festung. Die Besucherplattformen, die Treppen und der Parkplatz werden von den Fischern streng bewacht und auf der gesamten Insel sind Zäune und Stacheldraht verbaut. Die Fischer möchten so vermeiden, dass die Öffentlichkeit etwas mitbekommt. Unter den zusammengetriebenen Delfinen und Kleinwalen befinden sich alte, geschlechtsreife, Halbwüchsige, Babys sowie Weibchen. Wer einmal diese grauenhaften Bilder gesehen hat, wird sie nie mehr los.

Bevor das Schlachten beginnt, werden große Planen als Sichtschutz über die Szenerie gezogen. Einige der Delfine werden an „Sea World“ bzw. andere Delfinarien verkauft, die anderen werden auf brutalste Weise abgeschlachtet.

Damals und Heute

Die Tötungsmethoden waren früher anders als heute. Damals wurden den Tieren Speere in ihre Körper gerammt, und die Bucht färbte sich in tiefem Rot. Das wimmernde Piepsen konnte man auch von Weitem gut hören.

Heute werden den Tieren Eisenstangen in die Wirbelsäule gerammt. Nach dem herausziehen wird in dem entstandenen Loch ein Holzstab getrieben. Einige Tiere sterben sofort, andere sind lediglich gelähmt. Die noch nicht betroffenen Delfine und Kleinwale bekommen alles mit und registrieren, was mit ihren Artgenossen passiert. Ein kaum vorstellbares Trauerspiel.

Die toten oder gelähmten Tiere werden nun an einem Seil, welches an der Schwanzflosse befestigt ist, mit Booten aus der Bucht zu den großen Schiffen im Hafen gebracht, wo sie dann ausgeweidet werden.

Die Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) dokumentiert mit ihren „Cove Guardians“ alljährlich dieses brutale Massaker und versucht mit Fotos und Videos aufzuklären. Hierbei begeben sich die Tierschützer Jahr für Jahr in großer Gefahr.

Anmerkung: Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, Bilder von diesem Schlachtfest hier zu zeigen und habe als Artikelbild das obige gewählt. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie diese Bilder wirken und es soll jedem Selbst überlassen sein, sich dieses anzuschauen.

Text © Thaddäus Bielefeld
Foto © joakant / pixelio.de

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