Tierleid im Kinderzimmer

Kaninchen wird mit einer Birne gefüttert

Kinder, die mit Tieren aufwachsen, lernen etwas über Verantwortung und Fürsorge und Liebe.

Sie haben in Hund, Katze, Meerschweinchen oder Kaninchen einen Freund, der ihnen zuhört, der bedingungslos liebt. Tiere sind fröhliche Spielkameraden, denen Mobbing und Diskriminierung fremd sind. Sie haben immer Zeit, sie trösten und helfen über den größten Kummer hinweg. Sie teilen die kindliche, übersprudelnde Lebensfreude und wenn man genau hinsieht, erkennt man die tiefe Seelenverbundenheit zwischen einem Kind und seinem Tier.

Kinder wollen mit Tieren zusammen sein, sie wünschen sich von Herzen ein eigenes Tier. „Ein Tier, dass nur mir gehört. Dass ich streicheln kann und mit dem ich spielen kann.“ Schön wenn Eltern oder Großeltern das kindliche Bedürfnis erkennen und das Zusammensein von Kindern und Tieren ermöglichen! Unbeschwerte Kontakte zwischen Kindern und Tieren! Vorsichtiges Annähern, das erste Mal weiches, kuscheliges Fell unter den Händen fühlen. Spüren was das Tier mag, wie es sich entspannt. Das sind kleine Glücksmomente, die sich für immer einprägen und die zu einer positiven Lebenseinstellung beitragen.

Was brauchen Tiere?

Meerschweinchen beispielsweise.

Meerlis sind angewiesen auf Menschen, die verantwortungsvoll, fürsorglich und liebevoll mit ihnen umgehen. Meerschweinchen sind dem Menschen ausgeliefert, sie können sich, außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes nicht selbst schützen und versorgen. Sie benötigen artgerechtes Futter, Saftfutter, kleine Portionen Obst und Gemüse, wobei unbedingt darauf geachtet werden muss, kein welkes,verdorbenes oder angefaultes Futter anzubieten. Das kann beim Meerschweinchen mit seinem empfindlichen Magen Darmtrakt Koliken auslösen, die sehr schmerzhaft sind und tödlich enden können. Meerschweinchen haben einen so genannten Stopfdarm, das heißt der Nahrungsbrei bewegt sich innerhalb des Darms nur vorwärts, wenn neue Nahrung aufgenommen wird. Aus diesem Grund benötigen Meerschweinchen immer frisches, möglichst staubarmes Heu.

Sauberes Trinkwasser natürlich  – Durst ist quälend, auch für ein Meerschweinchen! Kraftfutter benötigt ein gesundes Meerschweinchen nicht. Die darin enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe tragen zu einer Überversorgung bei, die überflüssigen Kohlenhydrate führen zu einer Verfettung, meist der inneren Organe. Meerschweinchen sind Sippentiere, sie brauchen den Kontakt zu Artgenossen. Hält man sie einzeln oder auch gemeinsam mit einem Kaninchen, grenzt das an Tierquälerei. Als Fluchttiere benötigen Meerschweinchen viele Versteckmöglichkeiten, damit sie sich „in Sicherheit“ bringen können und sich geschützt fühlen. Bietet man diese nicht, befinden sich die Tiere im Dauerstress, der die Lebensqualität und Lebenserwartung deutlich herabsetzt. Als Nagetiere freuen sich Meerlis über Möglichkeiten ihre Zähne zu wetzen, diese sollten selbstverständlich aus Holz und nicht aus Plastik sein.

Ich könnte noch ganze Seiten schreiben über das Verhalten der Meerschweinchen, über die Dinge,die sie brauchen und mögen. Und während ich schreibe, überlege ich, welches Kind in der Lage ist, die Verantwortung, die Fürsorge und die Liebe, i m m e r,  und das heißt absolut zuverlässig und beständig zu tragen? Können Eltern erwarten, dass das Kind die Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt? Dass es seine Tiere noch vor dem eigenen Frühstück mit Heu, einem Apfel und frischem Wasser versorgt? Können wir erwarten, dass der kleine Tierhalter, seine Meerlifreunde vor Lärm und beispielsweise der Dauerbeschallung von Fernseher, Computer oder CDPlayer schützt?  Dass er auf das Fußballtraining verzichtet, weil das Gehege gereinigt werden muss? Können wir erwarten, dass ein Kind weiß, dass sein geliebter Freund sterben kann, wenn er Legosteine anknabbert oder Perlen verschluckt?

Kinder brauchen Tiere.

Aber Kinder brauchen ebenso Eltern und Erzieher, Lehrer, die ihnen Werte vermitteln und Wissen. Mitgefühl und das sich Hineinversetzen in die Situation eines anderen, Mensch oder Tier, dass müssen wir, die wir erwachsen sind unseren Kindern erzählen, erklären und  v o r l e b e n . Jeden Tag. Immer wieder. Was fühlt ein Meerschweinchen, dass aus dem Stall heraus und hochgenommen wird? Wie fühlen sich Hunger und Durst an? Was empfindet ein Meerschweinchen bei Kälte oder direkter Sonneneinstrahlung? Was mir weh tut, bereitet auch meinem kleinen Freund Schmerzen! „Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit“, sagt Albert Schweitzer – wer gut ist zu Tieren, der ist auch gut zu Menschen. Wir müssen unsere Kinder unterstützen, sie lehren und fördern und wir müssen über sie wachen, damit sie verantwortungsvoll, fürsorglich und voller Liebe werden.

Für unsere Tiere. Für unsere Erde und für uns selbst.

Mone Dopp (C) Bild & Text

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