Wieviel Liebe ist in uns?

Gitterzaun

Der Weg zu meiner Arbeitsstelle führt über die A3 – zwei Stunden Autofahrt täglich. Bei den aktuellen, sommerlichen Temperaturen nehme ich eine Flasche Mineralwasser und etwas Obst mit und schalte die Klimaanlage ein. Schon an der Ampelkreuzung vor der Auffahrt auf die Autobahn, stockt mir der Atem. Drei LKW fahren hintereinander und vor mir her, auf die A3. Beladen sind die Lastwagen mit Schweinen. Ich kann sie riechen. Und ich kann rosa Haut erkennen und kleine Schweinerüssel, die gegen das Metallgitter des Transporters gedrückt werden. Ich weiß, dass sie leben – und ich weiß, dass sie leiden. Diese freundlichen Lebewesen auf ihrem Weg ins Schlachthaus.

Sie leiden unter der Hitze und Enge, leiden an quälendem Durst und unter der Todesangst, die von einem geschockten Tier auf das andere übergeht. „Mein Weg in den Tod ist die Hölle!“, hämmert es in meinem Kopf. Das steht so auf einem Plakat des Deutschen Tierschutzbundes, Protest gegen die entsetzlichen Transportbedingungen von Schlachttieren. „Mein Weg in den Tod ist die Hölle“ – wir lesen die Textzeile auf einem Plakat und denken, wie schrecklich das ist. Ich überhole die Lastwagen und Tränen laufen über mein Gesicht.

Weil ich so bin. Naiv oder kindisch, zu weich. Ich weiß es nicht, ich bin, wie viele – emphatisch, mitfühlend, herzlich. Kaum zu ertragen, was die Tiere dort jetzt gerade aushalten müssen, während ich an ihnen vorbei fahre.“Mein Weg in den Tod ist die Hölle“ – nicht darüber nachdenken, denk an etwas Schönes – aber es ist so, Schweine werden geboren und sie dürfen nicht satt und zufrieden an die Mutter gekuschelt einschlafen. Sie dürfen nicht rennen und spielen, herumtoben, wie Kinder das tun.

Sie werden gemästet, haben keine Freude im Leben, eigentlich sind sie schon Schnitzel. Obwohl sie noch leben und atmen und ihr Herz schlägt. All das denke ich wieder einmal, während ich mich entferne, von den Schweinen, gefangen auf einem LKW auf ihrem Weg in den Tod.

Ich tue, was ich immer tu, ich wünsche diesen lieben Wesen Kraft und positive Energie, von ganzem Herzen. Und ich schreibe auf, was mich bewegt. Ich weiß es gibt Menschen, die meine Worte lesen und verstehen. „Mein Weg in den Tod ist die Hölle“. Wir können das ändern. Wir können uns ändern.

Denn es ist viel Liebe in uns Menschen.

Bild und Text © Mone Dopp

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Richtig tolle Seite! Weiter so! Je mehr sind dem Kampf anschließen, umso größer sind die Chancen die Welt zu verbessern <3

  2. Ich habe den Kommentar mit Interesse gelesen und kann das nur bestätigen.Ich selber bin sehr viel im Raum Köln und Münsterland unterwegs.Die Zahl der Lebendviehtransporte hat sich in zwei Jahren wo ich das beobachte nach meiner Meinung fast Verdoppelt.
    Ich beobachte auch die Tiere ab und zu wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.
    Es ist ein trauriger Anblick.Dabei sind das nur kurze Transporte.
    Ich gebe zu auch nicht ganz auf Fleisch zu verzichten.Das Fleischangebot bei A L und Co gehören schlichtweg verboten.
    Wie sagt Frau M. so schön: wir leben und erleben die freie Marktwirtschaft. Das ist das Ergebnis.

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