Wild und Frei – Jungfüchse

Ein Jungsfuchs bei der Fütterung

Ich bin ein Jungfuchs. Ich bin in diese Welt gekommen, um zu leben. Mein Leben ist ein großes Abenteuer- ich bin frei, niemand hält mich, leben – einfach so. Ich streife durch die Felder und Wiesen, bewege mich geschmeidig, ich kann auch schon den Mäusesprung, ich spüre den Wind, die Wärme der Sonne – Freiheit. Ich bin ein Teil der Natur, ein ganz wesentliches und wunderbares Teilchen in diesem phänomenalen Puzzle. Wie lange mein Leben dauert? Ich weiß es nicht – und ich sorge mich nicht darum. Das Leben ist ein Abenteuer. Mein Abenteuer.

An einem Frühlingsabend sind wir einander begegnet. Fünf rote kleine Abenteurer treffen eine Frau mit Gummistiefeln. Ein berauschendes, großartiges erstes Mal. Neugieriges annähern und zurückweichen und immer wieder aufeinander zugehen. Drei Wochen lang haben wir uns fast jeden Abend zur Dämmerstunde am Waldrand getroffen. Heimlich – Fuchseltern sind nicht begeistert, wenn der Nachwuchs sich mit dem Todfeind Mensch anfreundet. Heimlich – auch von meiner Seite, weder Jäger noch Naturtouristen wollte ich auf die Mini – Reinekes aufmerksam machen. Tiefe Freude erfüllt mich , wann immer ich an die kleinen Fuchswelpen denke, an das wilde Spielen und Raufen und an ihre wunderschönen Augen. So lustig, wie sie mit Banane oder Apfel im Mäulchen in den Wald laufen, auf der Suche nach einem guten Versteck für die Beute. Die Beobachtungen und glückseligen Momente haben mein Leben um ein Vielfaches bereichert. Und ich habe gelernt. Durch beobachten und mitfühlen, hören und sehen, es ist bezaubernd was kleine Füchse erzählen. Ich habe gelesen, was Menschen wie Dag Frommhold oder Günther Schumann über den Fuchs schreiben, über sein Verhalten und seine Art zu leben.

Fuchspaare bleiben ein Leben lang zusammen, wenn man sie nicht erschießt oder in Fallen fängt und so voneinander trennt. Sie sind liebevolle und fürsorgliche Eltern. Einmal im Jahr bringt die Fähe vier bis sechs Welpen zur Welt. Bei der Erziehung und Versorgung der Welpen helfen die Jungfüchsinnen des Vorjahres, sofern sie noch leben. Entgegen dem Mythos “ Fuchs du hast die Gans gestohlen“ – ernähren sich Füchse hauptsächlich von Aas und Mäusen, Regenwürmer, oder auch von Früchten. Sie jagen geschwächte oder alte Tiere, Hühner während der Mauser sind leichte Beute oder kranke Kaninchen. Faszinierend finde ich die hervorragenden Sinnesleistungen zu denen der Fuchs fähig ist.

So können sie beispielsweise riechen, ob ein Kaninchen an Myxomatose erkrankt ist und sich die Beutejagd lohnt. Ein gesunder Hase läuft dem Fuchs ja ohne Schwierigkeiten davon. Im September machen sich die Jungfüchse schließlich auf den Weg ein eigenes Revier zu finden. Leider schaffen sie oft das Überqueren der Straßen nicht und werden überfahren. Die wenigsten Jungfüchse überleben ihr erstens Lebensjahr. Die Frage nach dem bedeutendsten Feind des Fuchses ist schnell beantwortet, es ist der Mensch. Ich liebe Füchse. Ihre Cleverness und ihren unbändigen Lebenswillen, ihre Schönheit und Anmut und ihre leuchtende Fellfarbe.Für mich rechtfertigt nichts, mit Ausnahme des Erlösens von Schmerzen, das Jagen, Hetzen, Fangen und Erschießen eines Fuchses. –

Ich bin ein Jungfuchs. Ich bin in diese Welt gekommen, um zu leben – und um Dir MENSCH ein Zeichen zu geben.

Bild und Text © Mone Dopp

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wer das liest, versteht, warum es so wichtig ist, diese wunderbaren Tiere und auch alle anderen zu respektieren und zu schützen. Wunderschön. Vielen Dank!

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